Aktuelles aus der Klinik

Den Husten schneller los
KJF Rehaklinik Hochried ist Vorreiter bei neuartiger Inhalationstherapie

03. April 2017

In der KJF Rehaklinik Hochried in Murnau werden die jungen Patienten seit geraumer Zeit mit einer neuen Inhalationstherapie behandelt. Fotos: KJF/Carolin Jacklin

Weniger Hustensaft, schneller wieder gesund und damit weniger Fehltage in Kindergarten und Schule: So die überzeugenden Ergebnisse einer neuen Inhalationstherapie für Kinder und Jugendliche, die einen akuten Infekt der Luftwege haben. In der KJF Rehaklinik Hochried in Murnau werden die jungen Patienten seit geraumer Zeit mit dieser neuen Inhalationstherapie behandelt. Und deren Erfolge überzeugen: Sowohl die Schleimlösung, als auch Atemnot und Husten konnten in 80 Prozent der Fälle deutlich gebessert werden. Krankheitsbedingte Fehltage in Kindergarten oder Schule konnten um 77 Prozent, die Einnahme von schleimlösenden Medikamenten um 82 Prozent reduziert werden. Außerdem wird die Therapie gut vertragen, hat so gut wie keine Nebenwirkungen.

Dr. Markus Koch, leitender Oberarzt der Klinik Hochried, war durch Tagungen vor ein paar Jahren auf diese Inhalationstherapie aufmerksam geworden. Der Standard bis dato war, Kinder mit einer sogenannten isotonen, einer 0,9 prozentigen, Kochsalzlösung inhalieren zu lassen. Durch den erhöhten Salzgehalt in der nun verwendeten dreiprozentigen (also hypertonen) Kochsalzlösung soll der Schleim in den Bronchien verflüssigt, das Abhusten verbessert und damit die weitere Vermehrung der Krankheitserreger in der Lunge vermindert werden. Vor einigen Jahren wurde diese neuartige Inhalationstherapie bei kleinen Kindern mit lebensbedrohlichen Infekten, die im Krankenhaus behandelt wurden, eingeführt. Es gab zwar bisher einige Studien an schwer kranken Säuglingen und Kleinkindern, die eine Wirksamkeit dieser Therapie zeigen konnten, es fehlten aber Untersuchungen bei größeren Patienten und vor allem bei Kindern, die an weniger schlimmen Erkältungskrankheiten und Bronchitis erkrankt sind.

Genau dies war für Dr. Koch der Anlass, diese Therapie bei den Patienten der Klinik Hochried zu erproben. „Während ihres Reha-Aufenthalts bei uns in der Klinik sind die Kinder ja durchwegs unter ärztlicher und pflegerischer Beobachtung, darum hätten wir bei auftretenden Nebenwirkungen dieser Therapie schnell reagieren können", berichtet Dr. Koch über seine Überlegungen die neue Therapie im Klinikbetrieb einzuführen. Außerdem kommen die positiven Effekte auch dem Reha-Aufenthalt direkt zugute: „Während einer akuten Erkrankung können die Kinder und Jugendlichen ja nur sehr bedingt oder gar nicht an den ursprünglich für sie geplanten Therapien teilnehmen. Je schneller ein akuter Infekt heilt, desto schneller können die Kinder ihr geplantes Rehaprogramm wieder aufnehmen", so Dr. Koch. In der Klinik Hochried wurden junge Patienten im Alter zwischen 10 Monaten und 17 Jahren mit der neuartigen Therapie behandelt. Zweimal am Tag inhalieren die Kinder mit einem speziellen Gerät, einem sogenannten Feuchtvernebler, zwei Milliliter der dreiprozentigen Kochsalzlösung. Von den positiven Effekten profitierten gleichermaßen Kinder mit einer chronischen Vorerkrankung, wie etwa Asthma, als auch ansonsten gesunde Kinder.

„Aufgrund der sehr guten Resultate und der sehr guten Verträglichkeit ist diese Therapie inzwischen weitgehend Standard in unserer Klinik", so Dr. Koch. Der leitende Oberarzt hat seine gemachten positiven Erfahrungen mit dieser neuen Inhalationstherapie bereits auf mehreren Tagungen vor Kinder- und Jugendärzten in Deutschland und den Niederlanden präsentiert. Auf der süddeutschen Kinderärztetagung in Nürnberg erhielt er dafür einen sogenannten Posterpreis. „Das ist eine Anerkennung dafür, eine Methode, die langsam am Kommen war, zu erproben und ihr zum Durchbruch zu verhelfen", so Dr. Koch.

Über diesen Erfolg unter Fachkollegen freut sich für Dr. Koch und die Klinik Hochried auch Chefarzt und Klinikleiter Dr. Stephan Springer: „Dies ist sowohl eine Auszeichnung für die Erprobung der Therapie als auch für die Arbeit der gesamten Klinik und ein weiterer Beleg dafür, dass in Hochried immer wieder moderne Therapieformen mitentwickelt und geprägt werden."

Die Klinik Hochried gehört zur KJF Augsburg und ist eine der renommiertesten Kliniken für die Rehabilitation chronisch kranker Kinder und Jugendlicher in Deutschland. Die jungen Patienten haben unter anderem Erkrankungen wie Entwicklungsstörungen, Allergien, Asthma, massives Übergewicht oder Epilepsie. Aufgrund ihrer Lage in der Mitte der drei Landkreise Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen entstand in den vergangenen zehn Jahren neben der großen Fachklinik für stationäre Rehabilitation ein regionales interdisziplinäres Zentrum für die medizinische und psychosoziale Versorgung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien unter der Trägerschaft der KJF Augsburg, die in Deutschland der größte private Anbieter von Reha-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche ist. Mit ihren drei Kliniken in Bayern gehört die KJF Augsburg seit Jahrzehnten zu den Vorreitern der modernen Kinder- und Jugendmedizin. Mehr Infos unter www.kjf-rehakliniken.de

 

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